"GLEIWITZER METAMORPHOSEN"  - GESELLSCHAFT FüR DAS KULTURERBE GLEIWITZ 
 

August Wilhelm Hegenscheidt

9.10.1823 - 1.3. 1891

 
   www.gliwiczanie.pl

 

   Geboren wurde er in Westfalen. 1852 kam er nach Schlesien. Von seinem Vater erbte er eine riesige Geldsumme von 6000 Talern. Dieses Reichtum sowie das von seinen Brüdern geliehene Geld ermöglichten ihm den Bau einer kleinen Werkstatt unweit des Klodnitzkanals. 1857 baute er die erste Draht-Walz-Anlage in Schlesien und verhalf seinem Betrieb zur Expansion. Seine Produkte waren eine Art Innovation. Er führte kalt hergestellte Stahlseile und Nägel auf den Markt ein. Dank seiner Werbekampagne (heute hätten wir gesagt „Marketingmanagement“) eroberte er jedoch den Markt und erreichte beim Produktabsatz eine Spitzenposition. Da sich die Nachfrage nach seinen Produkten ständig steigerte, wurde die Produktion kontinuierlich hochgefahren. 1865 kaufte er die Baildonhütte - dies erwies sich als äußerst profitabel. Im Jahre 1887 gründete er zusammen mit seinem größten Konkurrenten Caro, den Konzern „Obereisen“, der zur damaligen Zeit als größter Konzern in Schlesien galt.    

   Er war ein sehr religiöser und ehrlicher Mensch. Stets forderte er Pünktlichkeit und Sauberkeit. Er war auch als Philantrop bekannt – so stiftete er die Industrieschule (heute das V Lyzeum), die Schule in der Jana-¦liwki-Straße (damals Hegenscheidt-Straße), unterschiedliche Stadien, Tennisplätze und Badehäuser.

   Von seinem Besitz existiert bis heute in Gleiwitz  in der Zygmunta-Starego-Strasse 9 nur ein Pferdestall sowie ein Gerätehaus, in Ornontowitz ein vornehmes Schloss mit einer wunderschönen Parkanlage.

Die Villa in Gleiwitz blieb nicht erhalten – 1910

Das Schloss in Ornontowitz

   Hegescheidt hatte sechs Kinder. Der im Jahre 1867 geborene Sohn Otto übernahm nach dem Tod des Vaters die Geschäfte und führte das Unternehmen erfolgreich weiter.

   Sein Grab befindet sich auf dem Alt-Coseler-Friedhof (Cmentarz Starokozielski) die Pflege der Grabstätte übernahmen die Schüler des „Filomata“- Gymnasiums.

Archiwum Pañstwowe w Gliwicach

   Das Grabmal zierte einst die Figur der Industrieallegorie –  heute befindet sie sich im Museum für Eisenkunstguss.

 

Quelle:

Grzegorz Wiêc³aw i Przemys³aw Pa³ka - Gliwicki Magazyn Kulturalny VII/VIII 2003

"Gleiwitzer Heimatblatt"

 

Text und photos: meg

Übersetzung: Sebush

 

Gliwice 2005

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